SELBSTVERSTÄNDLICH

Schon immer rede ich gerne. Ich erzähle, plappere, quatsche und unterhalte mich. Kurz: ich kommuniziere liebend gerne.

 

In meiner Zeit als Eisverkäuferin war das besonders schön. Eis essen macht gute Laune – es macht glücklich. Da unterhält man sich gerne – wenn auch nicht lange, sonst bleibt nicht viel Erfrischung übrig. Viele unterschiedliche Gesichter, Geschichten und Geschmäcker. Alle ein gemeinsames Ziel: Eins, zwei, drei „Bobbel“, „Bällsche“, „Kugeln“ im „Hörnchen“, „Topf“ oder klassisch in der Waffel oder im Becher. Irgendwie verständigt man sich am Ende doch. Herrlich!

 

Die Kommunikation hat sich in den letzten Jahren verändert. Ganz klar: es gibt Vorteile. Ich bediene mich häufig den schnellen Medien und Kommunikationsmitteln. E-Mails,  „Whatsapp“,„facebook“ und wie sie alle heißen. Besonders in meiner momentanen Lebenssituation, die es mir kaum erlaubt, ungestört zwei Sätze am Telefon zu sprechen, ohne dass hinter mir anschließend Landunter herrscht. Eine knappe Nachricht hier und da texten, schnell etwas nachlesen und kurz einen Termin bestätigen, das alles läuft nebenbei. Das muss es!

 

Trotzdem liebe ich lange Gespräche. Einander zuhören, Geschichten hören und erzählen. Ganz altmodisch Auge in Auge!

Beim Einkaufen wird das nicht mehr so gerne gesehen. Da beobachte ich es nicht selten, wie ältere Herrschaften in ihrem Erzählfluss unterbrochen werden, weil sich das Eier aufschlagen für den Mittwochspfannkuchen bereits hinter dem Kassenband von selbst erledigt hat. „Zeit ist Geld“ ist hier oberstes Gebot!

 

Schade, dass sich das Miteinander immer mehr zur Kommunikation mit einem Profilbild verändert hat. Das Bücher lesen auf einen Monitor verlegt wurde oder im Auto durch das Zuhören ersetzt wurde. Ist wieder zeitsparender. Der von mir heiß und innig geliebte Brief ist mittlerweile ein Briefsymbol, das auf dem Smartphonebildschirm aufpoppt, anstatt in den Briefkasten zu ploppen. Gelegentlich erhalte ich einen „Whatsapp-Gruß“ mit Bild aus dem Urlaub, wo früher (Wochen nach Rückkehr des Absenders) eine nette Postkarte meinen Kühlschrank schmückte. Der Versuch, die „Whatsapp“-Nachricht an den Kühlschrank zu hängen, scheitert kläglich, da der Bildschirm meines Smartphones nach Sekunden wieder schwarz wird.

 

Gegen das Ersetzen von Kinderbüchern durch Apps, Youtube-Kindervideos, Kindercomputern etc. wehre ich mich vehement. Gibt es etwas Tolleres als gemeinsam auf dem Sofa, Bett, Boden, auf der Wiese oder dem Klo zu sitzen und ein und dasselbe Kinder(bilder)buch wieder und wieder vorzulesen, Stimmen zu imitieren, Worte hinzuzudichten, Sätze vervollständigen zu lassen und trotzdem immer wieder Neues zu entdecken?! NEIN!

Genau aus diesem Grund ist mein kleines, liebevolles Herzensprojekt entstanden. Es bildet zusammen mit meiner Liebe zu Postkartengrüßen das Kernstück dieser Homepage. Lasst euch von mir motivieren zum Schmökern in Bilderbüchern, zum Erfinden eigener Geschichten, zum Lesen, Singen und Tierstimmen nachmachen. Findet und liebt die kleinen Dingen im Leben, das gemeinsame Lachen, Kuscheln und Einschlafen. Viel Spaß!

 


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